ITALIENISCHE SCHNELLZUGWAGEN AUS DEM 3D-DRUCKER

ITALIENISCHE SCHNELLZUGWAGEN AUS DEM 3D-DRUCKER – Robert Kurmann und die Entstehung eines Zuges – Erinnerungen an Italien

3D-Druck im Modellbau

Idee und Entstehung:

Zur Vorgeschichte: Als Kind fuhr Robert Kurmann in den 50er und 60er Jahren viele Sommer mit seiner Familie nach Ligurien in den Urlaub. Die Reise erfolgte wie in der damaligen Zeit oft üblich mit der Bahn. Abfahrt war in Zürich mit dem internationalen Schnellzug nach Italien, der mit Kurswagen vieler Nationen sowie mit italienischen und schweizer Schnellzugwagen bestückt war. Die Reise führte durch die wunderbare Gebirgslandschaft der berühmten Gotthardrampen bis nach Mailand Hauptbahnhof. Hier stach dem kleinen Robert ein ganz besonderer Zug ins Auge, der sich von denen, die er bisher kannte, deutlich unterschied: Ein italienischer Zug mit einer eleganten Farbkombination in unterschiedlichen Blautönen, es war der berühmte „Treno Azzurro“, ein Schnellzug, der Mailand mit Neapel verband. Jahr für Jahr stieg die Spannung bei Robert, ob er auf der Fahrt in die Sommerferien den „Treno Azzurro“ wieder erspähen würde. Angekommen am Urlaubsziel in Ligurien konnte Robert die internationalen Züge vom Strand aus verfolgen, weil die damalige Strecke von Genua nach Ventimiglia an der Küste entlangführte.

 

Ein halbes Jahrhundert später wollte Robert Kurmann auf der Modellbahnanlage die internationalen Gotthard-Schnellzüge jener Epoche nachbilden, jedoch existierten keine solchen italienischen Schnellzugwagen in der Eisenbahnmodell-Spurweite N. Konnte man sich einen internationalen Schnellzug jener Epoche über die Gotthard Rampen ohne italienische Schnellzugwagen vorstellen? Nein – so entschloss sich Robert Kurmann diese Eisenbahnmodelle selber im Maßstab Spur N nachzubauen, auch mit dem Gedanken, später den „Treno Azzurro“ mit den verschiedenen Blautönen Himmel und Meer zu realisieren.

Vorgehensweise:

In der Spur N, welche einem Maßstab von 1:160 entspricht, können längere Züge
mit realistischeren Kurvenradien gebaut werden. Auf dem Modellbau-Markt
existieren jedoch keine der italienischen Schnellzugwagen aus den 50er und 60er
Jahren in Spur N. Also gab es nur eine Möglichkeit, und zwar die FS-Wagen vom
Typ 1946 und 1955 selbst in Spur N zu bauen. Anhand von Dokumenten,
Zeichnungen und Bildern aus Büchern und dem Archiv der italienischen
Staatsbahnen – Ferrovie dello Stato FS - erstellte Robert Kurmann einen Datensatz
dieser Wagen mit der Absicht, davon 3D-Modelle zu erstellen.

 

Der italienische Schnellzugwagen der FS Tipo 1955

 

 

Der Wagen im 3D-Modell

Boden und Inneneinrichtung im 3D-Modell

Auf der Suche nach einer geeigneten Firma, die in der Lage ist, solche Modelle zu drucken, stieß Robert Kurmann auf die Firma 3D-MODEL, die dann den Druck der Modelle hervorragend und zu erschwinglichen Kosten realisierte.

Der Ausdruck des 3D-Modells

Eine Produktion mit konventionellem Metall- oder Spritzguss ist für solche Modelle vom Aufwand, geschweige denn von den Kosten her, ein Ding der Unmöglichkeit. Somit war die erste Hürde genommen! Doch der Teufel steckt im Detail, müssen doch nach dem 3D-Druck noch einige Schritte bis hin zum fertigen Produkt durchlaufen werden.

Vorgehensweise nach dem 3D-Druck:

1. Reinigung des Modells
2. Auftragen der Grundierung
3. Anschließend erfolgt die Lackierung der Wagen und der Inneneinrichtung

Inneneinrichtung mit Abteilen, Polstersitzen und Seitengang lackiert

4. Bedrucken der Wagen mit Logos und technischen Beschriftungen mittels Präzisionsdruck
5. Anfertigung der Zubehörteile wie Haltestangen im Türbereich, Treppen im Eingangsbereich und Faltenbälge
6. Zuschneiden und bedrucken der 1 mm starken Plexiglas Fenstereinlagen mit silber-metallic Rahmen und Fenstergriffen mittels Präzisionsdruck
7. Anbringen und Lackierung der Zubehörteile
8. Anbringen des Schutzlackes in mattglanz

 

Der fertig lackierte Prototyp in Brauntönen mit allen Zurüstteilen

„Projekt KURMANUFAKTUR“:

Die Teilkomponenten ließ Robert Kurmann mithilfe verschiedener schweizer Firmen, aufgrund deren speziellen Kenntnissen für die einzelnen Modellbau-Komponenten, anfertigen. Da die komplette Fertigung aller Einzelteile aus dem 3D-Drucker einen ebenso enormen Aufwand darstellen würde, hat Robert Kurmann nach passenden Komponenten bei bereits existierenden Spur N Wagen gesucht und schließlich passende Drehgestelle mit Rädern und Kupplungen gefunden. Die Drehgestelle und Kupplungen stammen von den SBB-Reisezugwagen 2. Klasse für Schnellzüge vom Typ B (Umbauwagen) der Firma Fleischmann, was bezüglich Fahreigenschaften die notwendige Stabilität und Leichtgängigkeit gewährleistet. Außerdem besteht ein weiterer Vorteil darin, dass die Möglichkeit einer Innenbeleuchtung ebenfalls vorhanden ist.
Nach erfolgreicher Anfertigung von Prototypen und gelungenen Testfahrten plant Robert Kurmann nun die Anfertigung einer Kleinserie dieser Wagen in den definitiven Versionen, für den Eigenbedarf und für einige befreundete Spur N Enthusiasten, laufend unter dem Namen „Projekt KURMANUFAKTUR“. Robert Kurmann betont, dass er keine Firma betreibt, sondern dass es sich lediglich um ein einmaliges Projekt handelt. Die in dieser Case Study enthaltenen Bilder sollen den Herstellungsprozess illustrieren, vorgesehen ist auch ein Video auf YouTube über den Herstellungsprozess dieser italienischen Spur N Modellbahnwagen.
So erfolgte der Druck der Wagen in 3D von der Firma 3D-MODEL mit Standorten in 8004 Zürich, Schweiz und 88339 Bad Waldsee, Deutschland.
„Ich bin sehr froh darüber 3D-MODEL als zuverlässigen Partner gewonnen zu haben. 3D-MODEL hat mich sehr gut beraten und erfüllte meine Erwartungen mehr als zufriedenstellend. Das Erscheinungsbild der Wagen ist qualitativ hochwertig.“, so Herr Kurmann.

Der Prototyp in den Farben des „Treno Azzurro“

Für den Druck kam der 3D-Drucker Form 3 von Formlabs zum Einsatz. Dieser LFS (Low Force Stereolithografie) 3D-Drucker, aus dem Sortiment von 3D-MODEL, druckt in bester Auflösung und mit einer enormen Geschwindigkeit. Kennzeichnend für diesen 3D-Drucker sind außerdem die Reduzierbarkeit der wirkenden Kräfte während des Druckprozesses sowie die vorhandene Prozesssicherheit. Gedruckt wurde mit dem Harz Grey von Formlabs, welches sich durch hochwertige Oberflächenbeschaffenheit und minimalen Nachbearbeitungsaufwand auszeichnet. Dank der vorhandenen matten Oberfläche, einem undurchsichtigen Erscheinungsbild und präzisen Details, welches „Formlabs Grey Resin“ aufweist, ist der 3D-Druck sofort einsatzbereit und optimal geeignet für die beispielsweise bereits beschriebenen notwendigen Lackierungsarbeiten.
„Wir freuen uns, dass wir unserem Kunden Herrn Kurmann die Wagen nach seinen Vorstellungen mit der gewohnt hohen Qualität des Form 3 3D-Druckers anfertigen konnten. Durch die gleichzeitig üblich hohe Materialqualität von Formlabs wurde das Ergebnis exorbitant gut und Herr Kurmann konnte die Wagen optimal weiterbearbeiten.“, so Armon Joos, Projektleiter der additiven Fertigung von 3D-MODEL und Verantwortlicher für den 3D-Druck der Wagen.
Folgende Geräte kamen zum Einsatz: Formlabs Form 3 3D-Drucker

 Case Study als PDF

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